Skulpturenpark Waldfrieden in Wuppertal

Mit der Familie in den Wald zu gehen ist eine gute Idee, besonders wenn es so heiß ist wie am Wochenende. Der Lackfabrikant Kurt Herberts ließ sich in Wuppertal um 1950 mitten im Wald ein organisches Haus bauen. Alles wurde rund gestaltet, durch die Fenster des mittlerweile unbewohnten Hauses kann man die gesammelten Kunstschätze bewundern.

2008 erwarb der Bildhauer Tony Cragg das Anwesen mit umliegenden Wald und stellt dort seine Skulpturen aus. Regelmäßig wechselnde Ausstellung garantieren einen lohnenden Besuch zu jeder Zeit.

Das Fat House von Erwin Wurm mit der Videoinstallation, dass der Frage nachgeht, was Kunst eigentlich ist, amüsierte uns prächtig.

Wir wanderten durch den teilweise sehr steilen Park und veranstalteten ein heiteres Titelraten. Ist es ein Alien im Metallkostüm?

Ist es eine Hommage an Jeff Koontz?

Nein, es ist Distant Cousin von Tony Cragg!

Ich freute mich besonders auf die Werke von Henry Moore, den ich bis dahin noch nicht live erlebt habe. In zwei großen Glashäusern wurden seine Gipsinstallationen präsentiert. Ein sehr angenehmes Erlebnis, in der Natur Kunst zu entdecken.

 

 

 

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Romancoaching im Nordkolleg Rendsburg

 

Roman-Coaching "Zeit fürs eigene Buch - fünf Tage Intensiv-Schreibseminar"

mit Carlo Geber und Lisa Kuppler vom 2.5. bis 7.5.2016

 

Das Nordkolleg Rendsburg ist ein Bildungszentrum mit anerkannten Fortbildungen und bietet seinen Besuchern schön gestaltete Einzel- und Doppelzimmer, einen liebevoll angelegten Garten und abwechslungsreiche Mahlzeiten für jede Kostform.

Das Seminar Romancoaching habe ich mir unter mehreren Möglichkeiten ausgesucht, weil mir sowohl die Beschreibung der Kursstunden als auch die Qualität der Inhalte zusagten.Das erste Versprechen, Intensivseminar, wurde bereits im Vorfeld mit dem Übersenden eines Dokuments von 235 Seiten gehalten. Es forderte mich auf, die Texte meiner Mitstreiter zu lesen und mich mit Stil und Inhalt zu befassen. Der beigelegte Stundenplan ließ mich kurz verzweifeln und dann vermuten, dass ich für mein Geld mehr bekommen würde, als ich mir vorgestellt hatte.

Nach einer Anreise von 9 Stunden durfte ich mich mit 11 Teilnehmern bis um 21.00 dem Thema Plot und Erzählstruktur widmen. Und auch die anderen Tage waren knackig. Zum Beispiel:

Stundenplan Dienstag, 3.5.

Bis 9.00 Frühstück

 9.00-10.30 Besprechung der Texte

10.30-10.45 Pause

10.45-12.15 Schreibübung, Besprechung der Texte der Teilnehmenden

12.15-14.00 Mittagessen/Mittagspause

14.00-15.30 Besprechung der Texte der Teilnehmenden

15.30-16.00 Kaffeepause

16.00-16.30 Auswertung Schreibübung

16.30-18.00 Besprechung der Texte

18.00-19.00 Abendessen

Ab 19.00 Schreiben von Meilenstein 1

 

Schluss mit lustig. Hier wird Schreiben ernst genommen. Die Gegenargumente von Schreibfreunden wie: "Die nehmen deinen Text auseinander, bis nichts mehr übrig bleibt", und "die verpfuschen deinen Stil" bis zu "die versauen deinen Plot und machen dir deine Charaktere madig" trafen alle zu. Doch wenn mit meinem Text alles gestimmt hätte, wäre ich nicht auf die Idee gekommen, zu einem Romancoaching zu fahren.

Die Lektorin Lisa Kuppler (Böser Coach) und der Romanautor Carlo Feber (Guter Coach) pfuschten an meinem Stil herum und bohrten in meinem Plot, bis mir klar war, dass er so nicht bleiben konnte. Sie krallten die Finger in die Schwächen meiner Charaktere und nahmen meinen Text auseinander. Danach zeigten sie mir, wie ich ihn besser zusammenfüge, wie ich Plotfehler ausmerze, den Text verdichte, die Spannungsbögen anziehe und meinen halbwegs guten Text (meine Aussage) in einen anspruchsvollen, spannenden, leserfreundlichen Roman verwandle.

Jeder Teilnehmer wurde von den beiden dort abgeholt, wo er mit seinem Roman stand, egal ob fertiges Manuskript oder lediglich Plot. Wir bekamen auf unseren Text zugeschnittene Aufgaben, die eine unglaubliche Arbeit im Vorfeld erforderten. Und auch während des Seminars wurden die Texte von den Coaches und jeweils einem Teilnehmer jedes Mal gegengelesen und fachgerecht kommentiert. Es gab für jeden eine halbe Stunde Einzelcoaching und am Ende wurde der Text des Meilensteins 3 auf 1-2 Seiten professionell lektoriert.

Es braucht Mut, sich an diesem Seminar zu beteiligen und sein Werk gefühlt der Öffentlichkeit zum Fraß vorzuwerfen. Ich würde es jederzeit wieder tun, denn ich habe gelernt, ambitioniertere Texte zu schreiben und kritische Distanz zu meinem Roman zu halten, damit mir Fehler leichter ins Auge fallen. Ich danke den Coaches Frau Kuppler und Herr Feber für die Mühe, die sie sich mit meinem Opus gaben und für die verblüffende Entdeckung, dass das Plotten mein freies Schreiben behindert (und wie ich das ändere). Das Seminar war mit 555,- Euro plus Einzelzimmer 75,- und Fahrkarte 66,- Euro für mich nicht billig. Aber als zukünftiger Autor sehe ich es als Investition in meine Karriere. Und erhielt mehr für mein Geld, als ich erwartet hatte.

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In Vino poetas

Weinprobe im Weingut Hans Lang/ Urban Kaufmann in sechs Akten


Am Sonntag, den 22.11.2015 luden Eva Raps und Urban Kaufmann, die neuen Eigentümer des Weinguts Hans Lang in Hattenheim/Rheingau, zu einer Weinprobe mit Lesung der ARS Autoren RheinMain Stammtisch ein.

Der Abend wurde charmant eröffnet von Franziska von Schleyen und Yvonne Pioch, die die zahlreichen Gäste willkommen hießen und die Geschichtenleser sowie den Musiker Harald Andres vorstellten. Franziska von Schleyen fesselte die Zuhörer mit ihren Momentums, kurzen Erzählungen und Gedichten über ihre Eindrücke vom Leben.

Zu den Leckereien, die auf den Tischen für die Zuhörer bereit standen, gesellte sich der erste Wein, ein Grauburgunder, der in der Fantasy - Geschichte "Eigener Herd ist Goldes Wert" von Agga Kastell ein Rolle spielte. Anfragen aus dem Publikum, wo denn ein solcher Herd zu erwerben wäre, spiegelten wieder, dass der schwarze Humor der Autorin gut ankam.

Zwischen den Vorträgen spielte und sang der Musiker Harald Andres bekannte und selbstgetextete Songs und gab so den Gastgebern, Eva Raps und Urban Kaufmann, Gelegenheit, ihre Gäste zu bewirten und die nächste Weinsorte auszuschenken.

Die Geschichte von Rainer Franke rankte sich um den Wein Wilhelm Tell, um das Miteinander von Mann und Frau und die Schwierigkeiten, die sich dadurch ergeben. Seine humoristischen Anspielungen bewiesen durch reichlich Lacher, dass diese Situationen dem Publikum nicht unbekannt waren.

Meddi Müllers Geschichte handelte von dem einstigen Fischer Banur Faukmann, der so entschlossen war, Wein anzubauen, dass er sogar den Gott Thor damit herausforderte. Er lieferte den amüsierten Rheingauer Weintrinkern endlich die Sage, wie es zur Entstehung des Wisselbrunnens kam.

Düster und blutrot wurde es mit Robert Meiers mysteriöser Erzählung um einen mordenden Weingeist, der im Spätburgunder Quartier genommen hatte. Die drei Toten in seiner Geschichte konnte der geneigte Zuhörer nur durch den Genuss von würzigem Appenzeller und köstlichen Wildschweinfrikadellen verkraften.

Yvonne Pioch berichtete von einem Stein, dessen trostloses Dasein aufgewertet wurde, als er sich als Kunstwerk wiederfand. Wie er die Welt der Menschen erkundete, ein Heim fand und sich betrank, fand bei den Gästen viel Anklang.

Dank der unterschiedlichen Genres der Geschichten fühlte sich jeder Zuhörer gut unterhalten. Der gute Wein und die exzellente Bewirtung der Gastgeber trugen dazu bei, den Abend zu einem rundum gelungenen Erlebnis zu machen. Einen herzlichen Dank an alle, die dazu beigetragen haben.


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