Rezension zu Nimael - Steine ewiger Macht von Tobias Frey

 

Der Autor Tobias Frey erzählt die Geschichte eines jungen Studenten, der auf einer Exkursion in seiner eher mittelalterlichen Welt mit sämtlichen weiblichen Mitstudentinnen von Räubern entführt wird. Bei dem beschwerlichen Marsch durch Wälder, Berge und schließlich Wüste geraten sie in Lebensgefahr. Durch umsichtiges Handeln und kluge Vorraussicht gelingt es Nimael, die Truppe angeschlagen aber lebendig zum Ziel der Räuber zu bringen. Nicht ganz selbstlos, denn unter den Mädchen befindet sich Thera, in die er verliebt ist und die er unbedingt retten möchte. Ein seltsamer Steinbruch wird ihr neues, erzwungenes Zuhause. Nimael erhält uneingeschränkte Macht über die Mädchen, die im Bergwerk schuften müssen. Wie er mit dieser Macht umgeht, wo er sie zum Guten und Bösen verwendet, was er als Oberhaupt der Truppe über sich selbst und seine Gefährtinnen lernt, schildert Tobias Frey fesselnd und philosophisch. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Einige Kürzungen hier und da hätten dem Text gut getan, aber das ist auch schon alles, was es an diesem Erstlingswerk zu kritisieren gibt, das im Talawah-Verlag erschienen ist. Von wem und warum die Gruppe entführt wurde und wer die seltsamen Meister sind, die stets zum ungünstigsten Zeitpunkt auftauchen und alles zu wissen scheinen, wird im ersten Band nur angerissen. Ich bin schon sehr gespannt auf den zweiten Teil. Schreib, Tobias Frey, schreib!

 

In Omnia Paratus


Erinnert sich jemand an die Folge Gilmore Girls, in der sie der Life and Death Brigade, der Geheimgesellschaft von Yale, auf der Spur ist? Sie wird von Logan in ein Glamping-Zeltlager entführt und springt, mit einem Regenschirm bewaffnet, von einer Brüstung. Das Hintok River Camp in Thailand am Hellfire Pass bietet genau dieses Feeling. Die Eindrücken am Soldatenfriedhof in Kanschanaburi waren ein wenig deprimierend und das ist das Richtige, um mich wieder aufzumuntern. Mein Zelt hat ein üppiges Bad mit offener Dusche. Ein dicker Frosch hüpft protestierend davon, als ich ihm mein flauschiges Handtuch entreiße und mich, darin eingewickelt, auf der hölzernen Terrasse entspanne.

36 Stufen führen hinab zum Natural Pool. Die aus dem Felsen gehauenen und von einem natürlichen Wasserfall gespeisten Becken werden von hochgewachsenen Bäumen beschattet. Ab und zu fällt eine reife Feige herunter, ein kleiner Snack für zwischendurch. Da der Rest unserer Reisegesellschaft aus Skandinaviern besteht, stimmen wir frohgemut das schöne Lied „Dänen lügen nicht“ an.

Das Abendessen wird am Lagerfeuer von den stets freundlichen, fröhlichen Thai serviert. Die Lichter in den Bäumen, die üppigen Speisen, das gute Chang-Bier und die exotischen Cocktails sorgen für romantische Wohlfühlatmosphäre. In der frischen Luft schlafe ich wie ein Baby.

One night in Bangkok

  Ein riesiges Schild an der Zufahrt zu Bangkok mahnt die Vorbeifahrenden, dass Buddha eine heilige Figur ist und nicht zur Befriedigung persönlicher Bedürfnisse herabgewürdigt werden darf. Wer ein Symbol Buddhas ohne den gebotenen Respekt behandelt, sei es, dass er eine Statue als Deko missbraucht oder sich gar ein Buddhatattoo stechen lässt, wird mit hohen Geldstrafen und Gefängnis bestraft. Ich finde keinen einzigen Laden, der religiöse Sinnbilder oder Buddhafiguren verkauft.
  Fußsohlen sind in Thailand verpönt. Es ist beleidigend, seine Sohlen, egal ob unabsichtlich oder absichtlich, ob bekleidet oder gar nackt, gegen Personen oder, völlig unmöglich, gegen Tempel, Buddhastatuen, Bildnisse der Königsfamilie zu richten (Geldstrafe, Gefängnis). Übereinandergeschlagene Beine sind deshalb nicht gerne gesehen.
  Die Mitglieder des Königshauses werden von allen Thailändern wie Familienangehörige geliebt und verehrt. Als der beliebte König Bumiphol 2016 nach über 70 Jahren Regentschaft verstarb, folgte ihm sein Sohn Maha Vajiralongkorn auf den Thron und erhält vom Volk die gleiche Ehrerbietung.
Das Wort „überdekoriert“ scheint im thailändischen Sprachgebrauch nicht zu existieren. Die tiefe Liebe zur Schönheit und die regelrechte Sucht nach Verschönerung treiben unglaubliche Blüten. Sogar die Müllwagen sind mit bunten Farben in prächtigen Mustern verziert. Die einfachsten Gegenstände werden in Kunstobjekte verwandelt und mit einem zusätzlichen Chichi versehen. Nix Ikea und nordisch-kühle Schlichtheit.

 

  Das Bedürfnis der Thailänder nach Ästhetik und Noblesse spiegelt sich auch in ihrem Umgang miteinander. Sie sind höflich, herzlich, geduldig und zugewandt. Ich habe im gesamten Urlaub keinen einzigen unfreundlichen, mies gelaunten Thai erlebt, obwohl etliche Farangs (Ausländer) Anlass dazu boten. Wenn ich einen Thailänder nach dem Weg frage, wird er/sie mehr als bemüht sein, mir zu antworten, sofern ich sehr freundlich bin. Die barsche Farangart hingegen ist ungeeignet, einen Einwohner zu motivieren. Sollte der Thai trotz gebotener Höflichkeit zögern, entschuldigt man sich für für die Störung und geht. Der Thai wird auch bei Unkenntnis versuchen, zu helfen, da sein Nichtwissen einen Gesichtsverlust bedeutet, den man ihm durch weitergehen ersparen kann - rasch und im hämmernden Rhythmus von One night in Bangkok .

Rezension zu Nimael - Steine ewiger Macht von Tobias Frey

 

Der Autor Tobias Frey erzählt die Geschichte eines jungen Studenten, der auf einer Exkursion in seiner eher mittelalterlichen Welt mit sämtlichen weiblichen Mitstudentinnen von Räubern entführt wird. Bei dem beschwerlichen Marsch durch Wälder, Berge und schließlich Wüste geraten sie in Lebensgefahr. Durch umsichtiges Handeln und kluge Vorraussicht gelingt es Nimael, die Truppe angeschlagen aber lebendig zum Ziel der Räuber zu bringen. Nicht ganz selbstlos, denn unter den Mädchen befindet sich Thera, in die er verliebt ist und die er unbedingt retten möchte. Ein seltsamer Steinbruch wird ihr neues, erzwungenes Zuhause. Nimael erhält uneingeschränkte Macht über die Mädchen, die im Bergwerk schuften müssen. Wie er mit dieser Macht umgeht, wo er sie zum Guten und Bösen verwendet, was er als Oberhaupt der Truppe über sich selbst und seine Gefährtinnen lernt, schildert Tobias Frey fesselnd und philosophisch. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Einige Kürzungen hier und da hätten dem Text gut getan, aber das ist auch schon alles, was es an diesem Erstlingswerk zu kritisieren gibt, das im Talawah-Verlag erschienen ist. Von wem und warum die Gruppe entführt wurde und wer die seltsamen Meister sind, die stets zum ungünstigsten Zeitpunkt auftauchen und alles zu wissen scheinen, wird im ersten Band nur angerissen. Ich bin schon sehr gespannt auf den zweiten Teil. Schreib, Tobias Frey, schreib!

 

In Omnia Paratus


Erinnert sich jemand an die Folge Gilmore Girls, in der sie der Life and Death Brigade, der Geheimgesellschaft von Yale, auf der Spur ist? Sie wird von Logan in ein Glamping-Zeltlager entführt und springt, mit einem Regenschirm bewaffnet, von einer Brüstung. Das Hintok River Camp in Thailand am Hellfire Pass bietet genau dieses Feeling. Die Eindrücken am Soldatenfriedhof in Kanschanaburi waren ein wenig deprimierend und das ist das Richtige, um mich wieder aufzumuntern. Mein Zelt hat ein üppiges Bad mit offener Dusche. Ein dicker Frosch hüpft protestierend davon, als ich ihm mein flauschiges Handtuch entreiße und mich, darin eingewickelt, auf der hölzernen Terrasse entspanne.

36 Stufen führen hinab zum Natural Pool. Die aus dem Felsen gehauenen und von einem natürlichen Wasserfall gespeisten Becken werden von hochgewachsenen Bäumen beschattet. Ab und zu fällt eine reife Feige herunter, ein kleiner Snack für zwischendurch. Da der Rest unserer Reisegesellschaft aus Skandinaviern besteht, stimmen wir frohgemut das schöne Lied „Dänen lügen nicht“ an.

Das Abendessen wird am Lagerfeuer von den stets freundlichen, fröhlichen Thai serviert. Die Lichter in den Bäumen, die üppigen Speisen, das gute Chang-Bier und die exotischen Cocktails sorgen für romantische Wohlfühlatmosphäre. In der frischen Luft schlafe ich wie ein Baby.

One night in Bangkok

  Ein riesiges Schild an der Zufahrt zu Bangkok mahnt die Vorbeifahrenden, dass Buddha eine heilige Figur ist und nicht zur Befriedigung persönlicher Bedürfnisse herabgewürdigt werden darf. Wer ein Symbol Buddhas ohne den gebotenen Respekt behandelt, sei es, dass er eine Statue als Deko missbraucht oder sich gar ein Buddhatattoo stechen lässt, wird mit hohen Geldstrafen und Gefängnis bestraft. Ich finde keinen einzigen Laden, der religiöse Sinnbilder oder Buddhafiguren verkauft.
  Fußsohlen sind in Thailand verpönt. Es ist beleidigend, seine Sohlen, egal ob unabsichtlich oder absichtlich, ob bekleidet oder gar nackt, gegen Personen oder, völlig unmöglich, gegen Tempel, Buddhastatuen, Bildnisse der Königsfamilie zu richten (Geldstrafe, Gefängnis). Übereinandergeschlagene Beine sind deshalb nicht gerne gesehen.
  Die Mitglieder des Königshauses werden von allen Thailändern wie Familienangehörige geliebt und verehrt. Als der beliebte König Bumiphol 2016 nach über 70 Jahren Regentschaft verstarb, folgte ihm sein Sohn Maha Vajiralongkorn auf den Thron und erhält vom Volk die gleiche Ehrerbietung.
Das Wort „überdekoriert“ scheint im thailändischen Sprachgebrauch nicht zu existieren. Die tiefe Liebe zur Schönheit und die regelrechte Sucht nach Verschönerung treiben unglaubliche Blüten. Sogar die Müllwagen sind mit bunten Farben in prächtigen Mustern verziert. Die einfachsten Gegenstände werden in Kunstobjekte verwandelt und mit einem zusätzlichen Chichi versehen. Nix Ikea und nordisch-kühle Schlichtheit.

 

  Das Bedürfnis der Thailänder nach Ästhetik und Noblesse spiegelt sich auch in ihrem Umgang miteinander. Sie sind höflich, herzlich, geduldig und zugewandt. Ich habe im gesamten Urlaub keinen einzigen unfreundlichen, mies gelaunten Thai erlebt, obwohl etliche Farangs (Ausländer) Anlass dazu boten. Wenn ich einen Thailänder nach dem Weg frage, wird er/sie mehr als bemüht sein, mir zu antworten, sofern ich sehr freundlich bin. Die barsche Farangart hingegen ist ungeeignet, einen Einwohner zu motivieren. Sollte der Thai trotz gebotener Höflichkeit zögern, entschuldigt man sich für für die Störung und geht. Der Thai wird auch bei Unkenntnis versuchen, zu helfen, da sein Nichtwissen einen Gesichtsverlust bedeutet, den man ihm durch weitergehen ersparen kann - rasch und im hämmernden Rhythmus von One night in Bangkok .

Rezension zu Nimael - Steine ewiger Macht von Tobias Frey

 

Der Autor Tobias Frey erzählt die Geschichte eines jungen Studenten, der auf einer Exkursion in seiner eher mittelalterlichen Welt mit sämtlichen weiblichen Mitstudentinnen von Räubern entführt wird. Bei dem beschwerlichen Marsch durch Wälder, Berge und schließlich Wüste geraten sie in Lebensgefahr. Durch umsichtiges Handeln und kluge Vorraussicht gelingt es Nimael, die Truppe angeschlagen aber lebendig zum Ziel der Räuber zu bringen. Nicht ganz selbstlos, denn unter den Mädchen befindet sich Thera, in die er verliebt ist und die er unbedingt retten möchte. Ein seltsamer Steinbruch wird ihr neues, erzwungenes Zuhause. Nimael erhält uneingeschränkte Macht über die Mädchen, die im Bergwerk schuften müssen. Wie er mit dieser Macht umgeht, wo er sie zum Guten und Bösen verwendet, was er als Oberhaupt der Truppe über sich selbst und seine Gefährtinnen lernt, schildert Tobias Frey fesselnd und philosophisch. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Einige Kürzungen hier und da hätten dem Text gut getan, aber das ist auch schon alles, was es an diesem Erstlingswerk zu kritisieren gibt, das im Talawah-Verlag erschienen ist. Von wem und warum die Gruppe entführt wurde und wer die seltsamen Meister sind, die stets zum ungünstigsten Zeitpunkt auftauchen und alles zu wissen scheinen, wird im ersten Band nur angerissen. Ich bin schon sehr gespannt auf den zweiten Teil. Schreib, Tobias Frey, schreib!

 

In Omnia Paratus


Erinnert sich jemand an die Folge Gilmore Girls, in der sie der Life and Death Brigade, der Geheimgesellschaft von Yale, auf der Spur ist? Sie wird von Logan in ein Glamping-Zeltlager entführt und springt, mit einem Regenschirm bewaffnet, von einer Brüstung. Das Hintok River Camp in Thailand am Hellfire Pass bietet genau dieses Feeling. Die Eindrücken am Soldatenfriedhof in Kanschanaburi waren ein wenig deprimierend und das ist das Richtige, um mich wieder aufzumuntern. Mein Zelt hat ein üppiges Bad mit offener Dusche. Ein dicker Frosch hüpft protestierend davon, als ich ihm mein flauschiges Handtuch entreiße und mich, darin eingewickelt, auf der hölzernen Terrasse entspanne.

36 Stufen führen hinab zum Natural Pool. Die aus dem Felsen gehauenen und von einem natürlichen Wasserfall gespeisten Becken werden von hochgewachsenen Bäumen beschattet. Ab und zu fällt eine reife Feige herunter, ein kleiner Snack für zwischendurch. Da der Rest unserer Reisegesellschaft aus Skandinaviern besteht, stimmen wir frohgemut das schöne Lied „Dänen lügen nicht“ an.

Das Abendessen wird am Lagerfeuer von den stets freundlichen, fröhlichen Thai serviert. Die Lichter in den Bäumen, die üppigen Speisen, das gute Chang-Bier und die exotischen Cocktails sorgen für romantische Wohlfühlatmosphäre. In der frischen Luft schlafe ich wie ein Baby.

One night in Bangkok

  Ein riesiges Schild an der Zufahrt zu Bangkok mahnt die Vorbeifahrenden, dass Buddha eine heilige Figur ist und nicht zur Befriedigung persönlicher Bedürfnisse herabgewürdigt werden darf. Wer ein Symbol Buddhas ohne den gebotenen Respekt behandelt, sei es, dass er eine Statue als Deko missbraucht oder sich gar ein Buddhatattoo stechen lässt, wird mit hohen Geldstrafen und Gefängnis bestraft. Ich finde keinen einzigen Laden, der religiöse Sinnbilder oder Buddhafiguren verkauft.
  Fußsohlen sind in Thailand verpönt. Es ist beleidigend, seine Sohlen, egal ob unabsichtlich oder absichtlich, ob bekleidet oder gar nackt, gegen Personen oder, völlig unmöglich, gegen Tempel, Buddhastatuen, Bildnisse der Königsfamilie zu richten (Geldstrafe, Gefängnis). Übereinandergeschlagene Beine sind deshalb nicht gerne gesehen.
  Die Mitglieder des Königshauses werden von allen Thailändern wie Familienangehörige geliebt und verehrt. Als der beliebte König Bumiphol 2016 nach über 70 Jahren Regentschaft verstarb, folgte ihm sein Sohn Maha Vajiralongkorn auf den Thron und erhält vom Volk die gleiche Ehrerbietung.
Das Wort „überdekoriert“ scheint im thailändischen Sprachgebrauch nicht zu existieren. Die tiefe Liebe zur Schönheit und die regelrechte Sucht nach Verschönerung treiben unglaubliche Blüten. Sogar die Müllwagen sind mit bunten Farben in prächtigen Mustern verziert. Die einfachsten Gegenstände werden in Kunstobjekte verwandelt und mit einem zusätzlichen Chichi versehen. Nix Ikea und nordisch-kühle Schlichtheit.

 

  Das Bedürfnis der Thailänder nach Ästhetik und Noblesse spiegelt sich auch in ihrem Umgang miteinander. Sie sind höflich, herzlich, geduldig und zugewandt. Ich habe im gesamten Urlaub keinen einzigen unfreundlichen, mies gelaunten Thai erlebt, obwohl etliche Farangs (Ausländer) Anlass dazu boten. Wenn ich einen Thailänder nach dem Weg frage, wird er/sie mehr als bemüht sein, mir zu antworten, sofern ich sehr freundlich bin. Die barsche Farangart hingegen ist ungeeignet, einen Einwohner zu motivieren. Sollte der Thai trotz gebotener Höflichkeit zögern, entschuldigt man sich für für die Störung und geht. Der Thai wird auch bei Unkenntnis versuchen, zu helfen, da sein Nichtwissen einen Gesichtsverlust bedeutet, den man ihm durch weitergehen ersparen kann - rasch und im hämmernden Rhythmus von One night in Bangkok .