BuCon 2018 oder Kuscheln mit Gleichgesinnten

Dieses Jahr habe ich zwei Freundinnen mitgebracht, die wissen wollten, warum ich so begeistert von dem Bucon bin und und, wenn ich darüber rede, so seltsam seufze, als ob mir etwas fehlt. Bucon ist halt so gut wie alle Dinge, die es nur einmal im Jahr gibt, wie Weihnachten und Geburtstag und Silvester.  Der Malerin Claudia Ludwig, unbeleckt von jeder Fantasyliteratur, habe ich bereits im Urlaub (siehe https://www.aggakastell.com/2018/03/04/alles-klar-in-egypta/) zur fantastischen Literatur mit Jasper Ffjorde überreden können. Da sie sich, wie so viele, Fantasy nur als "irgendwas mit Drachen  und Helden mit Schwertern in so was wie Mittelalter" vorgestellt hat, war sie ziemlich überrascht. Und zwar positiv. Tanja Kern ist, wie Claudia, eingefleischte Krimileserin, war aber gerne bereit, mal was neues auszuprobieren und ging später mit 5 Büchern heim.

Unsere erste Lesung war beim gut gelaunten Oliver Plaschka, der uns den Kristallpalast vorstellte. Endlich hatte ich Gelegenheit, ihn zu fragen, wieso er in Fairwater ständig Pavlov's Dog zitiert, obwohl die Musik nicht aus seiner Generation, sondern aus den 70'ern sind.

Die nächste Lesung waren über die P-Files des Talawah-Verlags. Witzig moderiert von Autor Jörg Fuchs Alameda lasen die Mitautoren Jessie Weber, Nele Sickel, Markus Heitkamp und Laurence Horn aus ihren Phoenix-Geschichten. Endlich lernte ich Sandra Florean, die entzückende Herausgeberin der letztjährigen Anthologie, den U-Files  kennen. Die Einhornakten sind nominiert für den deutschen Phantastik Preis dpp und ich bin superfroh, dass meine Geschichte mit dabei ist.

Lucian Caligo erzählte uns bei seiner Lesung über das Blut der Zwerge. Und während wir uns auf dem einen Event amüsierten, haben wir die anderen tollen Lesungen verpasst. So many crazys, so little time. Seufz. Die schönen Gespräche (danke auch Bernar LeSton), die tolle Athmosphäre und die vielen Verrückten, unter denen man sich wie zu Hause fühlt, machten den Tag wieder einmal unvergesslich. Vielen Dank an das Bucon Team unter der Leitung von Roger Murmann und mit der Unterstützung von Feder und Schwert für dieses wunderbare Event, dass für mich wie immer ein Jahreshighlight ist.

Jean Michel Basquiat - Ausstellung in der Schirn

Basquiat wurde trotz seines französisch klingenden Namens am 22. Dezember 1960 in Brooklyn, New York, geboren. Als Kind war er lange krank und um ihn zu beschäftigen, kaufte ihm seine Mutter ein Anatomiebuch, aus dem er dann abzeichnete. Sein Malstil war zu seiner Zeit und ist bis heute einmalig. Er war ein Obdachloser ohne Arbeit und verkaufte seine Bilder schließlich für 25.ooo Dollar. Auf seinem Weg zum Ruhm war er sehr ehrgeizig und zielstrebig. Dabei ließ er manchen Freund - z.B. seinen Schulfreund Al Diaz, mit dem er unter dem Namen Samo mit Graffitikunst startete - auf der Strecke. Hier stellt sich wieder einmal die Frage, in wie weit die Kunst, egal ob Gemälde, Bücher, Musik, von der Persönlichkeit des Künstlers zu trennen ist.

Basquiat ist mein Lieblingsmaler, weil er für mich Freiheit verkörpert. Er hat seinen eigenen Stil entwickelt und daran solange festgehalten, bis ihm der Erfolg - Anerkennung in der Malwelt, finanzielle Unabhängigkeit - Recht gab.

Und wieder einmal verblüfft es mich, wie gut die Großen der Kunst trotz fehlenden Internets miteinander vernetzt waren. Basquiat besuchte mit Julian Schnabel und Robert Rauschenberg die Kunstakademie und fand einen Freund und Unterstützer in Andy Warhol. Er arbeitete mit Keith Harring, Joseph Beuys und Salvador Dali. Als Multitalent arbeitete er musikalisch mit Debby Harry und Klaus Nomi. 1982 war er mit 21 Jahren der jüngste Teilnehmer einer Dokumenta. Leider überwarf er sich mit Warhol und kurz nach dessen Tod verstarb auch er viel zu früh mit 27 Jahren an einem Drogencocktail.

Mondfinsternis

Ein wunderschöner Abend am Rhein mit Blutmond. Zu einer Mondfinsternis kommt es nur bei Vollmond - wenn Sonne, Erde und Mond in einer Linie stehen. Der Mond taucht in den Schatten ein, den die von der Sonne angestrahlte Erde in den Weltraum wirft. Die totale Mondfinsternis war mit 103 Minuten die längste des gesamten 21. Jahrhunderts. Erst am 9. Juni 2123 wird es eine drei Minuten längere Mondfinsternis geben. Besonders spektakulär war der Nachthimmel, weil auch der Mars so hell und groß zu sehen war, wie seit 15 Jahren nicht mehr. Die ISS flog auch vorbei, aber die habe ich leider nicht gesehen.