7 Autoren 7 Kräuter und viel Spaß

Es gab Geschichten über die ersten Marsianer, die Petersilie entdecken.

Ein Schiff, dass ohne Sauerampfer zum Sinken verurteilt war.

Zwei Waschbären und ein blaues Sternenkraut. Aschenputtel und der Kerbelzwerg.

Dr. Who, ein T-Shirt und Kresse.

Ein ungezogenes Fräulein Pimpernell. Schnittlauch und die große Liebe.

Im vollen Lokal der Grünen Soße lasen wir vor einem tollen Publikum. Danke an Meddi Müller von der ARS Autorengruppe für die Moderation. Und Danke an Kai Abicht und sein Servicepersonal für die reibungslose, kulinarische Leistung.

Hier ein Auszug aus meiner Kresse-Geschichte:

 Wie immer hat Laura alles voll im Griff“, sagte eine dunkle Stimme hinter mir. Ich drehte mich um. Ein winterweißer, schwerer Mann mit einem Dr. Who-Aufdruck meines Lieblingsdoktors auf dem Shirt sah an mir vorbei in den Garten.

Ich bin Norbert, Lauras Mann“, sagte er, ohne mir die Hand zu geben. „Der Matrose da unten ist deiner?“

 Ich grinste. Bei seiner unkonventionellen Art fühlte ich mich sofort wohl.

 Wie hat er es geschafft, dich rumzukriegen?“

 Kresse“, sagte ich.

 


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Nikki de Saint Phalle in den Opelvillen

Sonntägliches Kaffeetrinken bei Bernar Leston und Christine Thomas. Es gibt leckere, warme Zimtschnecken. Frisch gestärkt eilen wir zu der Ausstellung in den alten Opelvillen in Rüsselsheim. Heute sind Werke von Nikki de Saint Phalle zu sehen und ich bin sehr gespannt, wieviele Nanas sie in dem kleinen, aber exklusiven Rahmen ausgestellt haben. Aber die heutige Hauptattraktion ist für mich, dass ich unschuldig-weiße Nanas mit Farbbeuteln bewerfen darf.

Die Organisationsdame im Park ist ein bisschen zu besorgt, dass sich die Kinder beschmutzen könnten. Wenigstens darf ich als etwas groß geratenes Kind mitmachen. Andere Erwachsene scheinen nur auf diese Gelegenheit gewartet zu haben. Bald wird die am Baum hängende Nana von Groß und Klein bedonnert.

Die Ausstellung im Inneren des Gebäudes beinhaltet Bilder und Collagen und kleinere Skulpturen, Zeichnungen und Theateraufbauten. Kleine Tafeln liefern die Informationen dazu. Nikki de Saint hat eben nicht nur Nanas geschaffen. Sie fing mit dem Beschießen mit Farbbeuteln von Leinwänden und Holztafeln an. Die Gartenaktion war dafür eine schöne Remineszenz. Sehr gelungen! Ich freue mich schon auf die nächste Gelegenheit, in Rüsselsheim schöne Ausstellungen zu bewundern und mich mit Zimtschnecken vollzustopfen.

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Bücher im Januar 2017

Schicksal von S.G. Browne war ein Weihnachtsgeschenk und ein witziges noch dazu. Wenn ihr euch schon immer gefragt habt, was den Unterschied zwischen Schicksal, Karma und Bestimmung macht: voilà. Wobei es Ironie ist, dass auch das Schicksal in Gestalt eines sehr repräsentablen Menschenanzugs seinem Schicksal nicht entkommen kann. Aber mit dem Ende hat keiner gerechnet!

 

Amanda Palmer's The Art of Asking ist auf deutsch geschrieben und gibt einen Einblick in das Leben und Werk der Sängerin. Sie sammelte mit einer Kickstarterkampagne für ihr neues Album über 1 Million in vier Wochen und erklärt hier, wie und wieso sie das geschafft hat. Der Inhalt des Buches hat mich oft direkt in die 80er Jahre zurück katapultiert, als die Gemeinschaft noch mehr zählte als das egozentrische Individuum, dem mittlerweile so viele TV-Shows huldigen. 

 

 


Siri Hustvedt Was ich liebte bekommt ein LB für Lieblingsbuch. Meine Lieblingsbücher lese ich immer mal wieder und entdecke mit großer Freude stets etwas Neues. Die Geschichte handelt von zwei New Yorker Künstlerfamilien, ihre Ideale und ihren Aufstieg in der Kunst- und Literaturszene. Und davon, wie ein tragischer Unfall alle auseinanderreißt und das Leben jedes Einzelnen beinahe zerstört.

 

Ulla Hahn Das verborgene Wort musste ich leider abbrechen, da ich es nicht ertragen kann, größere Passagen in einem Dialekt lesen zu müssen, den ich kaum verstehe. Schade. Es soll gut sein.

 

Obwohl es erst Januar ist, wage ich die Vermutung, dass ich mit Jeannette Walls Schloss aus Glas mein Buch des Jahres bereits gefunden habe. Ein neues LB wird es auf jeden Fall. Die Autorin beschreibt ihre Kindheit in einer White-trash-Familie in Amerika, deren verrückte Improvisationen sich mehr und mehr in einen gefährlichen Alptraum aus Hunger und Dreck verwandeln. Dabei verliert Jeannette Walls nie die Perspektive des Kindes, aus der sie schreibt und mit welch anderem Blick die Jugendliche, zu der sie wird, auf diese Art zu leben schaut. Sehr ergreifend und berührend!

 


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