Romancoaching im Nordkolleg Rendsburg

 

Roman-Coaching "Zeit fürs eigene Buch - fünf Tage Intensiv-Schreibseminar"

mit Carlo Geber und Lisa Kuppler vom 2.5. bis 7.5.2016

 

Das Nordkolleg Rendsburg ist ein Bildungszentrum mit anerkannten Fortbildungen und bietet seinen Besuchern schön gestaltete Einzel- und Doppelzimmer, einen liebevoll angelegten Garten und abwechslungsreiche Mahlzeiten für jede Kostform.

Das Seminar Romancoaching habe ich mir unter mehreren Möglichkeiten ausgesucht, weil mir sowohl die Beschreibung der Kursstunden als auch die Qualität der Inhalte zusagten.Das erste Versprechen, Intensivseminar, wurde bereits im Vorfeld mit dem Übersenden eines Dokuments von 235 Seiten gehalten. Es forderte mich auf, die Texte meiner Mitstreiter zu lesen und mich mit Stil und Inhalt zu befassen. Der beigelegte Stundenplan ließ mich kurz verzweifeln und dann vermuten, dass ich für mein Geld mehr bekommen würde, als ich mir vorgestellt hatte.

Nach einer Anreise von 9 Stunden durfte ich mich mit 11 Teilnehmern bis um 21.00 dem Thema Plot und Erzählstruktur widmen. Und auch die anderen Tage waren knackig. Zum Beispiel:

Stundenplan Dienstag, 3.5.

Bis 9.00 Frühstück

 9.00-10.30 Besprechung der Texte

10.30-10.45 Pause

10.45-12.15 Schreibübung, Besprechung der Texte der Teilnehmenden

12.15-14.00 Mittagessen/Mittagspause

14.00-15.30 Besprechung der Texte der Teilnehmenden

15.30-16.00 Kaffeepause

16.00-16.30 Auswertung Schreibübung

16.30-18.00 Besprechung der Texte

18.00-19.00 Abendessen

Ab 19.00 Schreiben von Meilenstein 1

 

Schluss mit lustig. Hier wird Schreiben ernst genommen. Die Gegenargumente von Schreibfreunden wie: "Die nehmen deinen Text auseinander, bis nichts mehr übrig bleibt", und "die verpfuschen deinen Stil" bis zu "die versauen deinen Plot und machen dir deine Charaktere madig" trafen alle zu. Doch wenn mit meinem Text alles gestimmt hätte, wäre ich nicht auf die Idee gekommen, zu einem Romancoaching zu fahren.

Die Lektorin Lisa Kuppler (Böser Coach) und der Romanautor Carlo Feber (Guter Coach) pfuschten an meinem Stil herum und bohrten in meinem Plot, bis mir klar war, dass er so nicht bleiben konnte. Sie krallten die Finger in die Schwächen meiner Charaktere und nahmen meinen Text auseinander. Danach zeigten sie mir, wie ich ihn besser zusammenfüge, wie ich Plotfehler ausmerze, den Text verdichte, die Spannungsbögen anziehe und meinen halbwegs guten Text (meine Aussage) in einen anspruchsvollen, spannenden, leserfreundlichen Roman verwandle.

Jeder Teilnehmer wurde von den beiden dort abgeholt, wo er mit seinem Roman stand, egal ob fertiges Manuskript oder lediglich Plot. Wir bekamen auf unseren Text zugeschnittene Aufgaben, die eine unglaubliche Arbeit im Vorfeld erforderten. Und auch während des Seminars wurden die Texte von den Coaches und jeweils einem Teilnehmer jedes Mal gegengelesen und fachgerecht kommentiert. Es gab für jeden eine halbe Stunde Einzelcoaching und am Ende wurde der Text des Meilensteins 3 auf 1-2 Seiten professionell lektoriert.

Es braucht Mut, sich an diesem Seminar zu beteiligen und sein Werk gefühlt der Öffentlichkeit zum Fraß vorzuwerfen. Ich würde es jederzeit wieder tun, denn ich habe gelernt, ambitioniertere Texte zu schreiben und kritische Distanz zu meinem Roman zu halten, damit mir Fehler leichter ins Auge fallen. Ich danke den Coaches Frau Kuppler und Herr Feber für die Mühe, die sie sich mit meinem Opus gaben und für die verblüffende Entdeckung, dass das Plotten mein freies Schreiben behindert (und wie ich das ändere). Das Seminar war mit 555,- Euro plus Einzelzimmer 75,- und Fahrkarte 66,- Euro für mich nicht billig. Aber als zukünftiger Autor sehe ich es als Investition in meine Karriere. Und erhielt mehr für mein Geld, als ich erwartet hatte.

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Michaela Meyer (Dienstag, 10 Mai 2016 13:19)

    Jo, Agga, ich hätt's nicht besser beschreiben können ;-)
    Schwelge immer noch in Erinnerungen und versuche, den Schwung möglichst lange in den Alltag hinüberzuretten. (Ooops! Schon wieder ein 'zu'-Satz ...).
    Bei mir steht fest: Ich gönn' mir etwas in der Art, bestimmt nochmal - natürlich in Rendsburg, am Nordkolleg!