Von Menschen und Monstern

Das erste Event des Tages war der Wake up Slam von Arte mit den Slam Poeten Jey Jey Glünderling und Anna Rau, beide aus Frankfurt. Jey Jey beschrieb, wie bereits in der Kindheit die Vorliebe für gewisse Süßigkeiten die Kleinsten in Gewinner und Loser teilte. Sein zweiter Slam beschwor die Vor- und Nachteile einer Reise als Backpacker. Anna Rau zog Paralellen zwische einem verlorenen Weihnachten von 1941 und dem Verlust einer Liebe heute. Ihr zweiter Text beschrieb in poetischen Bilder, wie das Aussortieren von Bücher und Kleidern beim Loslassen eines Exfreundes helfen kann. Oder auch nicht. Die Texte der beiden Poeten waren ein guter Auftakt für den Tag. 

Mit der bibliophil gewandeten Bloggerin Lilith von Seitenhain.de, der Lyrikerin Franziska von Schleyen und dem Autor Uwe K. Alexi ging es zu Denis Scheck, der mit Druckfrisch eine der unterhaltsamsten Sendungen im TV gestaltet. Die Bücher-Bestsellerlisten sind für ihn eine Warnung, dass es sich hierbei um abgeschmackte Trivialliteratur handelt. Wie recht der Mann doch hat! Es ist ein Vergnügen, dass es immer noch Menschen gibt, die gegen den Mainstream ankämpfen und ein Glück, wenn sie dafür einen Sendeplatz im Fernsehen erhalten. Dafür komme ich gerne übermüdet zur Arbeit... Denis Scheck war amüsant wie immer, als er die "aggressive Bildungsvulgarität" einer Katzenberger monierte, die im "Vollbesitz des eigenen Wahns" die Buchliste erklimmt. Mit der "Kordanzughaftigkeit" eines Bodo Kirchhoff und dem Buchpreisgewinn seines Romans Widerfahrnis war er nicht einverstanden. Sein persönlicher Favorit ist Christof Ranzmaier, der darauf bestand, seinen Roman "Cox oder der Lauf der Zeit" erst nach der FBM zu veröffentlichen.

 

Das man es als mehr oder weniger unbekannter

Autor/Lyriker/Blogger/Verleger etc. auf der Buchmesse nicht einfach hat, weiß jeder, der dort versucht, seinen Bekanntsheitsgrad zu erhöhen. Man läuft Gefahr, von alten Dinosauriern einfach gefressen zu werden ....

... oder man ist gezwungen, gegen die anderen Krokodile im viel zu kleinen Teich zu kämpfen. Einer, der es geschafft hat, ist Meddi Müller, Mitglied der Autoren RheinMain Szene und Verleger des Charles-Verlag, der es mit einem Specialdeal geschafft hat, einen Stand auf der FBM zu erringen und diese Chance für sich und seine Autoren genutzt hat. Seine Geschichte wurde sogar in der hessenschau gezeigt. Wir gönnens dir von Herzen, lieber Meddi, auch wenn wir in schwachen Stunden total neidisch sind.

Die Stiftung Buchkunst sorgte mit einer Überraschungstüte, erwerbbar für nur 5 Euro, für Freude. Kunstbücher, Romane, Gedichtbände boten Unterhaltung und Lesevergnügen. Fühli, der Gefühlsstuhl, der den inneren Gemütszustand zu Tage brachte, wurde für Probanden, die sich dem Wissenschaftler freiwillig für Experimente zur Verfügung stellten, mit einem Gin belohnt.

Na denn Prost!Auf die Frankfurter Buchmesse 2016, deren Besuch sich wieder einmal voll gelohnt hat. Und vielen Dank an die Veranstalter, die mir mit einer Bloggerfreikarte meinen ersten Messebesuch an den Fachbesuchertagen ermöglicht haben.

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Franziska von Schleyen (Sonntag, 23 Oktober 2016 19:45)

    Liebe Agga, es war einfach nur maga klasse! Nächstes Jahr machen wir das wieder!
    LG FvS

  • #2

    Lilith (Sonntag, 23 Oktober 2016 19:56)

    Liebe Agga, vielen Dank für die amüsante Begleitung! Gerne nächstes Jahr wieder!